Der Metzgergeselle Hans Lienhart war jung und von den zurückkehrenden Söldnern fasziniert, die in ihren schmucken Uniformen und vollen Geldbeuteln von ihren Taten erzählten. So trat er im Jahre 1512 als Söldner ins päpstliche Heer ein. Als er 1515 geschlagen nach Zürich zurückkehrte, bekam er keine Arbeit mehr, weil er seinem Meister damals davon gelaufen war.
Durch den Zürcher Ratsbeschluss dem Papst eine persönliche Leibgarde zu stellen verpflichtete sich Hans kurzerhand in diese Garde. Als er in der Ewige Stadt beim Sacco di Roma (1527 Plünderung von Rom) knapp dem Tod entrinnen konnte, kehrte er nach Zürich zurück und arbeitete fortan wieder als Metzgergeselle. Dem alten Laster des Lagerlebens konnte er sich nicht ganz entsagen und ertränkte seine Sorgen an manchen Abenden im Wein.
Als er am 10. Oktober 1531 in der Nacht mit der Zürcher Vorhut nach Kappel zog, schloss er mit seinem Leben ab, denn er war davon überzeugt, dass er diesmal dem Tod kein Schnippchen mehr schlagen konnte. Aber das Glück stand abermals auf seiner Seite. Am Morgen des 12. Oktober 1531 kehrte er in die Stadt Zürich zurück. Eigentlich sollte er dem Rat ein Schreiben überbringen, in welchem die Niederlage und grossen Verluste bestätigt werden. Stattdessen erzählt er aus seinem Leben, von den Schlachten ennet den Bergen, von Plünderungen und Gewalt, vom Lagerleben und den Schwierigkeiten im Alltagsleben, als wolle er sich von einer schwere Bürde befreien.
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